Du hast einen richtig günstigen Flug gefunden. Einmal umsteigen, zwei verschiedene Airlines und am Ende sparst du vielleicht sogar 100 Euro. Klingt perfekt! Bis dir bei der Buchung der Hinweis „Selbsttransfer“ auffällt. Was bedeutet das eigentlich? Und warum kann ein Selbsttransfer beim Flug plötzlich richtig teuer werden?
Gerade wenn du mit Kindern reist oder nur wenig Zeit zwischen zwei Flügen hast, solltest du wissen, worauf du dich einlässt.
Was bedeutet Selbsttransfer beim Fliegen?
Bei einem Selbsttransfer kombinierst du normalerweise zwei oder mehr eigenständige Flugbuchungen. Du organisierst deinen Anschluss also selbst. Anders als bei einer durchgehenden Buchung sind die Flüge nicht automatisch abgesichert, wenn du deinen Anschluss wegen einer Verspätung verpasst.
Das Tückische: Auch wenn dir ein Buchungsportal die gesamte Strecke auf einmal anzeigt, können dahinter rechtlich getrennte Tickets stecken.
Welche Risiken hat ein Selbsttransfer beim Flug?
1. Du kannst deinen Anschlussflug verlieren
Verspätet sich dein erster Flug, wartet die zweite Airline normalerweise nicht auf dich. Verpasst du deshalb deinen Anschluss, musst du bei getrennten Flugtickets häufig selbst für eine Ersatzverbindung bezahlen.
Bei einer geschützten Anschlussverbindung auf einer einheitlichen Buchung gelten dagegen andere Regeln. Die EU erklärt die Fluggastrechte bei verpassten Anschlussflügen.
2. Du musst dein Gepäck möglicherweise neu aufgeben
Bei einem Selbsttransfer wird dein Koffer häufig nicht automatisch bis zum endgültigen Reiseziel transportiert. Das bedeutet: Gepäck abholen, den Ankunftsbereich verlassen, erneut einchecken und möglicherweise noch einmal durch die Sicherheitskontrolle.

Das kostet Zeit. Besonders bei großen Flughäfen kann ein vermeintlich entspannter Zwischenstopp dadurch ziemlich knapp werden.
3. Zusätzliche Einreisebestimmungen können gelten
Bei manchen Selbsttransfers musst du den Transitbereich verlassen, obwohl du eigentlich nur umsteigen möchtest. Dadurch können Visa oder Einreisegenehmigungen erforderlich werden, die du bei einem normalen Transit möglicherweise nicht brauchst.
Prüfe deshalb vor der Buchung die offiziellen Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes und die Transferbedingungen des Flughafens.
Wie viel Umsteigezeit solltest du beim Selbsttransfer einplanen?
Eine allgemeingültige Mindestzeit gibt es nicht. Zwei Stunden können bei einem einfachen Umstieg reichen, bei Gepäckabholung und erneutem Check-in aber deutlich zu knapp sein. Mehrere Stunden Zeitpuffer sind deshalb sinnvoll. Bei komplizierten Verbindungen kann sogar eine Übernachtung die entspanntere Wahl sein.
Manchmal ja. Besonders bei der Kombination verschiedener Billigfluggesellschaften kannst du mit einem Selbsttransfer Geld sparen. Allerdings solltest du mögliche Zusatzkosten berücksichtigen: Aufgabegepäck, erneute Check-in-Gebühren oder eine Übernachtung können den Preisvorteil verringern.
Vergleiche deshalb immer den Gesamtpreis mit einer durchgehend gebuchten Verbindung. Worauf du bei der Gepäckabgabe achten solltest, erfährst du auch bei HerNow unter Online-Check-in oder Schalter: Was ist besser?
FAQ: Selbsttransfer beim Flug
Muss ich beim Selbsttransfer erneut einchecken?
Häufig ja. Besonders mit Aufgabegepäck ist ein erneuter Check-in nötig. Das bestätigt beispielsweise British Airways für getrennte Tickets.
Sind vier Stunden für einen Selbsttransfer genug?
Das hängt vom Flughafen ab. Für getrennte Tickets in London-Heathrow empfiehlt British Airways mindestens vier Stunden Umsteigezeit.
Bekomme ich bei einem verpassten Anschluss Geld zurück?
Nicht automatisch. Bei getrennten Buchungen ist der Weiterflug normalerweise nicht mitgeschützt. Ansprüche wegen einer Verspätung des ersten Fluges können unabhängig davon bestehen.
Fazit: Günstiger fliegen kann teurer werden
Ein Selbsttransfer kann sich lohnen, wenn du flexibel bist und ausreichend Zeit mitbringst. Bei knappen Anschlüssen, viel Gepäck oder Reisen mit Kindern würde ich allerdings eher eine durchgehend gebuchte Verbindung bevorzugen. Denn manchmal ist ein etwas teureres Ticket die deutlich entspanntere Entscheidung.
Mehr zum Thema Flugzeug:

Kommentar verfassen