Du kaufst eine neue Haarmaske, weil alle davon schwärmen. Doch während die Haare deiner Freundin danach glänzen, fühlen sich deine schwer und irgendwie fettig an. Kommt dir bekannt vor? Das könnte auch mit deiner Haarstruktur zusammenhängen. Denn nicht jedes Haar reagiert gleich auf Wasser und Pflegeprodukte. Wenn du deine Haarporosität bestimmen möchtest, solltest du deshalb genauer beobachten, wie sich deine Haare beim Waschen, Trocknen und Pflegen verhalten.
Was bedeutet Haarporosität eigentlich?
Die Haarporosität beschreibt, wie durchlässig die Haarfaser ist und wie sie Wasser aufnimmt beziehungsweise wieder abgibt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die äußere Schuppenschicht, die sogenannte Cuticula. Ihr Zustand beeinflusst, wie Wasser mit dem Haar interagiert. Die New York Society of Cosmetic Chemists erklärt, dass chemische Behandlungen und Haarschäden die Porosität verändern können.
Welche Haarporosität hast du?
Niedrige, mittlere oder hohe Porosität?
Bei niedriger Porosität lässt sich das Haar häufig schwerer vollständig durchfeuchten. Reichhaltige Pflege kann sich schneller auf der Oberfläche ansammeln. Bei mittlerer Porosität gilt das Haar als vergleichsweise ausgeglichen. Wasseraufnahme und Pflegeverhalten können jedoch individuell unterschiedlich sein.
Bei hoher Porosität ist die Haaroberfläche häufig stärker beansprucht. Feuchtigkeit und Haarbruch können deshalb besondere Herausforderungen sein, vor allem bei blondiertem oder chemisch behandeltem Haar.
Haarporosität bestimmen: Welche Tests helfen?
Beobachte dein Haar beim Waschen
Achte darauf, wie schnell deine Haare unter der Dusche vollständig nass werden und wie sie anschließend trocknen. Auch das Verhalten deiner Pflegeprodukte liefert wertvolle Alltagshinweise. Beschweren reichhaltige Cremes dein Haar oder fühlen sich die Spitzen trotz Conditioner trocken an?

Beobachte diese Eigenschaften über mehrere Haarwäschen. Haarmenge, Struktur und Produktreste beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.
Funktioniert der Wasserglas-Test wirklich?
Auf TikTok sieht man häufig den sogenannten Float-Test: Ein Haar wird in ein Wasserglas gelegt. Schwimmt es, soll die Porosität niedrig sein. Doch dieser Test täuscht möglicherweise. Wie die Kosmetikwissenschaftlerin Michelle Wong auf Lab Muffin Beauty Science erklärt, beeinflussen auch Oberflächenspannung und Produktrückstände das Ergebnis.
Ein schwimmendes Haar beweist deshalb keine niedrige Porosität. Für eine zuverlässige Messung wären spezielle Untersuchungsverfahren notwendig.
Welche Pflege passt zu deiner Haarporosität?
Pflegeprodukte bewusst auswählen
Wenn dein Haar schnell beschwert wirkt, probiere leichtere Conditioner und kleinere Produktmengen aus. Fühlen sich deine Längen dagegen rau an, kann gezielte Haarpflege mit Conditioner und Leave-in-Produkten helfen.
Passende Tipps findest du bei HerNow in Leave-in-Conditioner richtig anwenden: Wie viel ist genug?] und [Haarmaske oder Conditioner: Was braucht dein Haar wirklich?
Kann sich die Haarporosität verändern?
Ja. Blondierungen, chemische Glättungen und starke mechanische Belastung können die Haaroberfläche dauerhaft verändern. Besonders strapazierte Haarspitzen können sich deshalb anders verhalten als der gesündere Haaransatz.
Wie du zusätzliche Schäden vermeidest, erklären wir auch in unserem Artikel Haare lufttrocknen oder föhnen: Was ist schonender?
FAQ: Haarporosität bestimmen
Kann man Haarporosität zu Hause messen?
Nicht zuverlässig. Alltagsbeobachtungen helfen, ersetzen aber keine wissenschaftliche Messung.
Ist hohe Haarporosität schlecht?
Nicht automatisch. Hohe Porosität kann allerdings mit einer geschädigten Haaroberfläche zusammenhängen.
Haben Locken automatisch hohe Porosität?
Nein. Lockenmuster und Porosität sind unterschiedliche Eigenschaften.
Fazit: Verstehe dein Haar statt jedem Trend zu folgen
Du brauchst keinen komplizierten Test und auch nicht sofort zehn neue Pflegeprodukte. Dein Haarverhalten beobachten ist der sinnvollere Anfang. Probiere Veränderungen einzeln aus und achte darauf, womit sich deine Haare langfristig gut anfühlen.
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