Viele Reisende kennen die Situation: Die Wasserflasche ist leer, der Zug hat Verspätung und der nächste Halt ist noch weit entfernt. Da liegt die Frage nahe: Kann man das Wasser aus dem Waschbecken im Zug einfach trinken? Im Internet kursieren dazu viele widersprüchliche Aussagen. Die einen behaupten, das Wasser sei grundsätzlich kein Trinkwasser. Andere sagen, es sei völlig unbedenklich. Tatsächlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.
Ich habe mir angeschaut, wie die Wasserversorgung in deutschen Zügen funktioniert, warum viele Reisende trotzdem lieber darauf verzichten und in welchen Situationen das Wasser durchaus eine Option sein kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
✅ Das Wasser in den Zügen der Deutschen Bahn stammt grundsätzlich aus dem öffentlichen Trinkwassernetz und wird in Trinkwasserqualität eingefüllt.
✅ Die Frischwassertanks und Leitungen werden regelmäßig gereinigt und gewartet.
✅ Trotzdem trinken viele Menschen das Wasser aus den Waschbecken im Zug lieber nicht – vor allem aus hygienischen Gründen rund um die Entnahmestelle.
✅ Wer seine Wasserflasche auffüllen möchte, fährt mit einer Trinkwasserstation am Bahnhof oder einer mitgebrachten Flasche meist besser.
Ist das Wasser im Zug überhaupt Trinkwasser?
Das überrascht viele: Ja – grundsätzlich schon. Die Deutsche Bahn befüllt ihre Frischwassertanks mit Trinkwasser. Dieses Wasser wird zum Händewaschen, für Toiletten, teilweise für Bordküchen und andere Systeme genutzt. Vor dem Befüllen werden die Anschlüsse desinfiziert, außerdem werden Tanks und Leitungen regelmäßig gereinigt.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jede oder jeder Reisende das Wasser bedenkenlos direkt aus dem Waschbecken trinken möchte. Denn zwischen der Qualität des Wassers im Tank und dem Wasserhahn in einer stark frequentierten Zugtoilette besteht ein Unterschied.
Warum verzichten trotzdem viele Reisende darauf?
Der Hauptgrund ist häufig nicht das Wasser selbst, sondern die Umgebung. Viele Menschen empfinden öffentliche Waschbecken in Zügen als weniger hygienisch als den Wasserhahn zu Hause. Hinzu kommt, dass Armaturen von vielen Reisenden berührt werden und Toilettenbereiche naturgemäß stärker beansprucht werden.
Viele Reisende fragen sich außerdem, was nach dem Check-in eigentlich mit ihrem Koffer passiert.
Das heißt jedoch nicht, dass das Wasser automatisch verunreinigt ist. Es geht vielmehr um das persönliche Sicherheitsgefühl und die Frage, ob es unterwegs bessere Alternativen gibt.

Wie kommt das Wasser überhaupt in den Zug?
Während zu Hause Wasser direkt aus dem Leitungsnetz kommt, funktioniert das im Zug anders. Jeder Zug verfügt über eigene Frischwassertanks. Diese werden an speziellen Stationen mit Trinkwasser befüllt. Je nach Zugtyp fassen die Tanks mehrere hundert Liter Wasser. Bei langen Fahrten oder besonders hoher Auslastung können sie unterwegs erneut aufgefüllt werden. Vor jedem Befüllen werden die Anschlüsse desinfiziert.
Kann ich das Wasser im Notfall trinken?
Ja. Wenn du Medikamente einnehmen musst, es sehr heiß ist oder keine andere Wasserquelle zur Verfügung steht, ist ausreichendes Trinken wichtiger als unbegründete Sorgen. DB Regio Nordost weist selbst darauf hin, dass das Wasser im Notfall bedenkenlos getrunken werden kann. Wer dagegen ausreichend Getränke dabeihat oder am nächsten Bahnhof Wasser kaufen oder nachfüllen kann, wird meist zu dieser Alternative greifen.
Leitungswasser im Zug trinken: Mythos oder Fakt?
| Aussage | Stimmt das? |
|---|---|
| Das Wasser im Zug stammt aus Trinkwasserleitungen. | ✅ |
| Die Tanks werden regelmäßig gereinigt. | ✅ |
| Das Wasser ist grundsätzlich kein Trinkwasser. | ❌ |
| Viele Reisende verzichten trotzdem freiwillig darauf. | ✅ |
| Im Notfall kann das Wasser eine sinnvolle Lösung sein. | ✅ |
Warum eine eigene Trinkflasche trotzdem die bessere Wahl ist
Auch wenn das Wasser grundsätzlich Trinkwasserqualität haben kann, gibt es gute Gründe, eine eigene Flasche mitzunehmen. Vorteile:
- Du weißt genau, woher das Wasser stammt.
- Du musst nicht auf die Zugtoilette ausweichen.
- Du sparst Geld für Getränke unterwegs.
- Du vermeidest Einwegflaschen.
- Du bist auch bei Verspätungen gut versorgt.
Gerade auf längeren Reisen lohnt es sich deshalb, die Flasche vor der Abfahrt aufzufüllen oder unterwegs an einer Trinkwasserstation nachzufüllen.
Was viele nicht wissen
Viele glauben, in Zügen gebe es grundsätzlich „Kein Trinkwasser“. Tatsächlich haben sich die Anforderungen an die Wasserversorgung in Schienenfahrzeugen in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Wassersysteme werden regelmäßig gewartet und mit Trinkwasser befüllt.
Der Grund, warum viele Reisende trotzdem lieber darauf verzichten, liegt daher meist weniger an der Wasserqualität selbst als an der Situation rund um öffentliche Waschbecken.
Trinkwasser im Zug: HerNow-Einordnung
Ich finde, Schlagzeilen wie „Trink das Wasser im Zug auf keinen Fall!“ greifen zu kurz. Die Fakten sind deutlich differenzierter: Das Wasser stammt grundsätzlich aus dem Trinkwassernetz und die Systeme werden gewartet. Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, warum viele Menschen lieber ihre eigene Trinkflasche nutzen, einfach, weil sie sich damit wohler fühlen.
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Mein Tipp: Eine wiederverwendbare Trinkflasche gehört für mich inzwischen genauso selbstverständlich ins Reisegepäck wie Kopfhörer oder eine Powerbank.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Leitungswasser im ICE trinken?
Grundsätzlich wird in ICE-Zügen Wasser in Trinkwasserqualität verwendet. Im Notfall kann das Wasser laut DB Regio Nordost bedenkenlos getrunken werden.
Ist das Wasser im Regionalzug anders als im ICE?
Die Wasserversorgung funktioniert nach denselben Grundprinzipien. Unterschiede können sich je nach Fahrzeugtyp ergeben, die hygienischen Anforderungen bleiben jedoch bestehen.
Warum trinken viele Menschen das Wasser trotzdem nicht?
Vor allem wegen der Hygiene rund um öffentliche Waschbecken und weil viele lieber auf ihre eigene Trinkflasche zurückgreifen.
Was ist die beste Alternative?
Eine wiederbefüllbare Trinkflasche, die du vor Reisebeginn oder an einer Trinkwasserstation auffüllst, ist für die meisten Reisenden die praktischste Lösung.
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