Zu dick für die Hauptrolle? Diese Filmfiguren sollten uns einreden, sie seien „übergewichtig“

Filmfrauen

Neulich habe ich Bridget Jones noch einmal gesehen. Und ich musste lachen. Nicht über den Film. Sondern darüber, dass ich früher wirklich geglaubt habe, Bridget sei dick. Heute schaue ich sie an und denke: Moment mal – worüber reden hier eigentlich alle?

Sie trägt Konfektionsgrößen, die Millionen Frauen tragen. Sie sieht aus wie ein ganz normaler Mensch. Und trotzdem dreht sich ein großer Teil ihrer Geschichte darum, dass sie angeblich abnehmen müsste. Je älter ich werde, desto öfter fallen mir solche Figuren auf. Frauen, die uns als „zu dick“, „nicht attraktiv genug“ oder „verbesserungswürdig“ verkauft wurden, obwohl sie objektiv völlig durchschnittliche Körper hatten. Und ehrlich gesagt frage ich mich heute, was das mit einer ganzen Generation von Mädchen gemacht hat.

Als wir gelernt haben, dass normal plötzlich „zu viel“ war

Wenn ich an Filme der 90er- und 2000er-Jahre denke, zieht sich ein Muster durch viele Geschichten. Die Heldin war nicht schlank genug, nicht hübsch genug, nicht sexy genug oder musste erst eine Verwandlung durchmachen, um als begehrenswert zu gelten. Dabei ging es oft gar nicht darum, wie diese Frauen tatsächlich aussahen. Sondern darum, welches Schönheitsideal damals herrschte. Und das war häufig extrem schmal. Welche Frauen uns in Filmen als übergewichtig oder unattraktiv verkauft wurden:

1. Bridget Jones: Die Frau, die angeblich abnehmen musste

Kaum eine Figur steht so sehr für dieses Phänomen wie Bridget Jones. Im Film führt sie Tagebuch über ihr Gewicht. Immer wieder wird ihr vermittelt, sie müsse schlanker werden. Dabei hatte Schauspielerin Renée Zellweger für die Rolle zwar bewusst zugenommen – sie entsprach trotzdem keineswegs dem Bild einer übergewichtigen Frau. Heute wirkt diese Erzählung fast absurd. Damals erschien sie vielen völlig normal.

2. Regina George: „Sie hat zugenommen“

Auch Regina George aus Mean Girls ist ein gutes Beispiel. Nachdem sie im Laufe des Films etwas zunimmt, wird das zu einer Art Bestrafung. Andere Figuren machen sich über ihren Körper lustig. Als Zuschauerinnen sollten wir verstehen: Jetzt ist sie nicht mehr perfekt. Dabei wirkt Regina selbst in diesen Szenen aus heutiger Sicht immer noch sehr schlank.

3. Laney Boggs: Sie brauchte angeblich nur eine Brille weniger

In Eine wie keine galt Laney als unscheinbar. Nicht, weil sie tatsächlich unattraktiv war. Sondern weil sie eine Brille trug, weite Kleidung anzog und ihre Haare anders stylte. Nach einer kleinen äußerlichen Veränderung sollte plötzlich jeder erkennen, wie schön sie eigentlich ist. Die Botschaft dahinter: Schönheit muss sichtbar gemacht werden.

4. Mia Thermopolis: „plötzlich schön“

Auch in Plötzlich Prinzessin wird Mia zunächst als unbeholfen dargestellt. Ihre lockigen Haare, ihre Brille und ihre Unsicherheit reichen aus, damit sie als Außenseiterin gilt. Erst nach dem berühmten Makeover scheint sie den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen.

5. Betty Suarez: Kompetent, aber ständig bewertet

In Ugly Betty ging es zwar nie um Übergewicht. Aber auch Betty wurde immer wieder vermittelt, dass sie nicht dem Schönheitsideal entsprach. Nicht wegen ihres Charakters. Sondern wegen ihrer Kleidung, Zahnspange und ihres Aussehens. Auch das zeigt, wie stark weibliche Figuren lange über ihre Optik definiert wurden.

Warum diese Filme trotzdem wichtig waren

Ich liebe viele dieser Filme bis heute. Sie haben mich zum Lachen gebracht. Mich durch Teenagerjahre begleitet. Und trotzdem dürfen wir heute kritisch auf sie schauen. Denn sie spiegeln das Schönheitsideal ihrer Zeit wider. Und dieses Ideal war für viele Frauen kaum erreichbar.

Die Filme spiegeln das Schönheitsideal ihrer Zeit wider.

Was das mit uns gemacht hat

Wenn du jahrelang Filme siehst, in denen eine ganz normale Frau als „zu dick“ bezeichnet wird, passiert etwas. Du beginnst irgendwann, deinen eigenen Körper genauso kritisch zu betrachten. Vielleicht erinnerst du dich noch daran, wie oft Frauenzeitschriften damals von der „Bikinifigur“ gesprochen haben.

Oder daran, wie selbstverständlich Diäten in Filmen erzählt wurden. Viele von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass unser Körper ständig optimiert werden muss. Nicht, weil mit ihm etwas nicht stimmte. Sondern weil uns genau das erzählt wurde.

Zum Glück verändert sich etwas

Heute gibt es deutlich mehr Serien und Filme, die unterschiedliche Körper zeigen. Frauen dürfen:

  • Falten haben,
  • Kurven haben,
  • klein oder groß sein,
  • muskulös oder zierlich sein,
  • und trotzdem die Heldinnen ihrer eigenen Geschichte sein.

Natürlich ist noch längst nicht alles perfekt. Aber die Vielfalt auf unseren Bildschirmen ist größer geworden. Und das ist längst überfällig.

Mein persönlicher Gedanke

Wenn ich heute Bridget Jones sehe, denke ich nicht mehr: „Sie sollte abnehmen.“ Ich denke: „Warum haben wir ihr damals überhaupt eingeredet, dass sie es müsste?“ Ich wünsche mir, dass meine Tochter mit Filmen aufwächst, in denen Frauen nicht erst „schön genug“ werden müssen, um geliebt zu werden.

Ich wünsche mir, dass meine Tochter mit Filmen aufwächst, in denen Frauen nicht erst „schön genug“ werden müssen, um geliebt zu werden.

In denen ihr Wert nicht von einer Zahl auf der Waage abhängt. Und in denen Mädchen lernen, dass sie keine Hauptrolle verdienen, weil sie einem Schönheitsideal entsprechen. Sondern einfach, weil sie sie selbst sind.

Fazit: Filme prägen unser Bild von Schönheit oft stärker, als uns bewusst ist

Filme prägen unser Bild von Schönheit oft stärker, als uns bewusst ist. Viele weibliche Figuren wurden über Jahre als „zu dick“ oder „nicht schön genug“ dargestellt, obwohl sie objektiv ganz normale Körper hatten. Heute lohnt es sich, diese Geschichten neu zu betrachten, nicht, um sie schlechtzureden, sondern um zu verstehen, welche Botschaften sie über weibliche Körper vermittelt haben und warum vielfältige Vorbilder so wichtig sind.

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