Als ich meine erste Steuererklärung gemacht habe, dachte ich ehrlich gesagt, Werbungskosten wären nur etwas für Menschen mit einem Firmenwagen oder teuren Fortbildungen. Erst später habe ich gemerkt, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Werbungskosten haben, oft, ohne es überhaupt zu wissen.
Das Problem ist nur: Wer sie nicht angibt, kann sie auch nicht steuerlich berücksichtigen lassen. Wenn du dich fragst, wie du Werbungskosten absetzen kannst, findest du hier die wichtigsten Informationen einfach erklärt.
Werbungskosten absetzen: Was sind Werbungskosten?
Werbungskosten sind Ausgaben, die dir im Zusammenhang mit deinem Beruf entstehen. Sie können in der Einkommensteuererklärung angegeben werden und – je nach persönlicher Situation – die Steuerlast senken.
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berücksichtigt das Finanzamt automatisch den sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Erst wenn deine tatsächlichen Werbungskosten darüber liegen, kann sich das zusätzliche Erfassen steuerlich auswirken.
Welche Werbungskosten kann man absetzen?
Je nach persönlicher Situation können unter anderem folgende Ausgaben dazugehören:
- Fahrten zur Arbeit (Pendlerpauschale),
- Arbeitsmittel wie Laptop oder Büromaterial,
- Fachbücher,
- Fort- und Weiterbildungen,
- Bewerbungskosten,
- beruflich veranlasste Umzugskosten (wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind),
- Kontoführungsgebühren (unter bestimmten Voraussetzungen),
- oder Reisekosten bei beruflichen Reisen.
Welche Kosten tatsächlich berücksichtigt werden können, hängt immer vom Einzelfall und den geltenden steuerlichen Regelungen ab.
Arbeitsmittel nicht vergessen
Viele denken nur an teure Computer oder Bürostühle. Dabei können – wenn sie beruflich genutzt werden – beispielsweise auch Notizbücher, Druckerpapier oder andere Arbeitsmittel steuerlich relevant sein.
Fortbildungen können sich lohnen
Besuchst du eine Fortbildung oder ein Seminar, können die damit verbundenen Kosten unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Werbungskosten sein. Dazu können – je nach Fall – auch Fahrtkosten oder Fachliteratur gehören.
Homeoffice und Werbungskosten
Arbeitest du regelmäßig von zu Hause, können – abhängig von deiner Situation – steuerliche Regelungen wie die Homeoffice-Pauschale relevant sein. Diese ist jedoch etwas anderes als klassische Werbungskosten und unterliegt eigenen Voraussetzungen.

Werbungskosten absetzen: Diese Fehler machen viele
Gerade bei der Steuer bleiben oft Möglichkeiten ungenutzt. Zum Beispiel, weil:
- Belege nicht aufbewahrt werden,
- kleinere Ausgaben vergessen werden,
- berufliche und private Kosten vermischt werden,
- oder Werbungskosten gar nicht erst angegeben werden.
Mein persönlicher Eindruck
Früher habe ich gedacht, für Werbungskosten müsse man riesige Summen ausgeben. Heute weiß ich, dass sich viele kleinere berufliche Ausgaben über das Jahr hinweg schnell addieren können. Deshalb finde ich es hilfreich, Belege direkt zu sammeln, statt am Ende des Jahres alles zusammensuchen zu müssen.
Fazit: Du willst Werbungskosten absetzen? Dann dokumentiere alles
Wer Werbungskosten absetzen möchte, sollte alle beruflich veranlassten Ausgaben sorgfältig dokumentieren und in der Steuererklärung angeben. Von Fahrtkosten über Arbeitsmittel bis hin zu Fortbildungen gibt es viele Möglichkeiten, die eigene Steuerlast zu senken – vorausgesetzt, die gesetzlichen Voraussetzungen sind erfüllt.
Hier findest du mehr Beiträge:
- Wie funktioniert Fast Track am Flughafen? So kommst du schneller durch die Sicherheitskontrolle
- Welche Kosten kann ich von der Steuer absetzen? Diese Ausgaben solltest du kennen
- Was gehört in den Kita-Rucksack? Diese Dinge sollte dein Kind dabeihaben
- Was gehört in eine Nebenkostenabrechnung? Diese Angaben müssen enthalten sein
- Was ist eine Flughafen-Lounge? So funktioniert der Zugang und für wen er sich lohnt

Hinterlasse einen Kommentar