Tagesgeld oder Festgeld: Was lohnt sich wirklich?

Frau Konto

Wer Geld sicher anlegen möchte, landet schnell bei zwei Klassikern: Tagesgeld oder Festgeld. Beide Anlageformen gelten als vergleichsweise sicher, funktionieren aber unterschiedlich. Beim Tagesgeld bleibst du flexibel, beim Festgeld legst du dein Geld für einen festen Zeitraum an.

Welche Variante sich mehr lohnt, hängt deshalb nicht nur vom Zinssatz ab, sondern vor allem davon, wann du dein Geld wieder brauchst. Wir erklären die Unterschiede, Vor- und Nachteile und zeigen, wann Tagesgeld und wann Festgeld die bessere Wahl ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

✅ Tagesgeld ist jederzeit verfügbar und eignet sich gut für Notgroschen oder kurzfristige Rücklagen.

✅ Festgeld bietet einen festen Zinssatz für eine vereinbarte Laufzeit, dafür kommst du während dieser Zeit meist nicht an dein Geld.

✅ Beide Anlageformen fallen grundsätzlich unter die gesetzliche Einlagensicherung.

In Deutschland sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt.

✅ Die bessere Wahl hängt weniger davon ab, welches Produkt allgemein „besser“ ist, sondern davon, wie flexibel du bleiben musst.

Was ist Tagesgeld?

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto, auf dem du Geld parken kannst, ohne dich langfristig festzulegen. Der entscheidende Vorteil: Du kannst grundsätzlich jederzeit auf dein Geld zugreifen. Deshalb eignet sich Tagesgeld besonders für:

  • Notgroschen
  • unerwartete Ausgaben
  • kurzfristige Sparziele
  • Geld, das du in den nächsten Monaten eventuell brauchst

Der Zinssatz ist allerdings nicht dauerhaft garantiert. Banken können ihn verändern. Das bedeutet: Heute kann ein Tagesgeldkonto attraktive Zinsen bieten, einige Monate später können sie bereits niedriger sein.

Für wen eignet sich Tagesgeld?

Tagesgeld passt vor allem dann zu dir, wenn du sagst: „Ich möchte Zinsen bekommen, aber jederzeit an mein Geld kommen.“ Gerade für den klassischen finanziellen Notgroschen ist das wichtig. Eine Rücklage für eine kaputte Waschmaschine, Autoreparatur oder unerwartete Rechnung sollte nicht für mehrere Jahre gesperrt sein.

Was ist Festgeld?

Beim Festgeld vereinbarst du mit einer Bank eine feste Laufzeit. Das können beispielsweise 6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre, 3 Jahre oder länger sein. Für diese Zeit wird normalerweise auch der Zinssatz fest vereinbart. Der Vorteil: Sinkt das allgemeine Zinsniveau während deiner Laufzeit, bleibt dein vereinbarter Zinssatz bestehen.

Der Nachteil: Während der Laufzeit kommst du normalerweise nicht oder nur unter sehr engen Voraussetzungen an dein Geld.

Für wen eignet sich Festgeld?

Festgeld kann sinnvoll sein, wenn du bereits weißt: „Dieses Geld brauche ich in den kommenden zwei Jahren definitiv nicht.“ Dann kannst du dir einen Zinssatz für diesen Zeitraum sichern und musst nicht regelmäßig nach neuen Angeboten suchen.

Tagesgeld oder Festgeld: Die Unterschiede im Überblick

MerkmalTagesgeldFestgeld
Verfügbarkeitjederzeitmeist bis Laufzeitende gebunden
Zinssatzvariabelnormalerweise fest
Planungssicherheitgeringerhoch
Flexibilitätsehr hochgering
Für Notgroschen geeignet✅ ja❌ eher nicht
Für planbar entbehrliches Geld✅ möglich✅ besonders geeignet
Einlagensicherung✅ grundsätzlich✅ grundsätzlich

Die Verbraucherzentrale zählt Tages- und Festgeld gerade für den sicherheitsorientierten Teil einer Geldanlage zu den klassischen Möglichkeiten. Sie weist allerdings darauf hin, Angebote und insbesondere Vermittlungs- oder Zinsportale kritisch zu prüfen.

Wann lohnt sich Tagesgeld mehr?

Tagesgeld ist meist die bessere Wahl, wenn du dein Geld kurzfristig verfügbar halten möchtest. Typische Situationen sind:

Du baust einen Notgroschen auf

Für Rücklagen ist Flexibilität wichtiger als der letzte Zehntelprozentpunkt Zinsen.

Du möchtest in absehbarer Zeit etwas kaufen

Zum Beispiel ein Auto, Möbel, Urlaub, größere Anschaffung oder ein Umzug. Dann wäre es unpraktisch, das Geld für mehrere Jahre zu binden.

Tattooed woman sitting in the driver's seat of a vintage blue car in a garage
Tagesgeld lohnt sich, wenn du beispielsweise ein neues Auto kaufen willst.

Du weißt noch nicht, was du mit dem Geld machen möchtest

Auch dann kann Tagesgeld eine gute Zwischenlösung sein.

Wann lohnt sich Festgeld mehr?

Festgeld wird interessanter, wenn du Planungssicherheit möchtest. Beispiel:

Du hast 10.000 Euro gespart und weißt, dass du davon in den nächsten zwei Jahren nichts benötigst. Dann kannst du den Betrag für zwei Jahre fest anlegen und kennst bereits beim Abschluss den Zinssatz für die gesamte Laufzeit.

Besonders interessant kann Festgeld sein, wenn du davon ausgehst, dass die Zinsen künftig sinken. Dann sicherst du dir den aktuellen Zinssatz länger. Umgekehrt gilt aber auch: Steigen die Marktzinsen später deutlich, sitzt dein Geld weiterhin im bestehenden Vertrag.

Was bringt mehr Zinsen: Tagesgeld oder Festgeld?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Manchmal bieten Banken für Festgeld höhere Zinsen, weil Kundinnen und Kunden ihr Geld länger binden. Es kann aber auch Phasen geben, in denen attraktive Tagesgeldangebote ähnlich hoch oder sogar besser verzinst sind.

Deshalb solltest du nicht nur auf die Überschrift „3 Prozent Zinsen“ schauen, sondern unter anderem prüfen:

  • Wie lange gilt der Zinssatz?
  • Ist es ein Neukundenangebot?
  • Wie hoch ist der Zinssatz danach?
  • Welche Laufzeit hat das Festgeld?
  • Gibt es einen Mindestanlagebetrag?
  • Bei welcher Bank liegt das Geld?

Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor gefälschten Tages- und Festgeldangeboten und empfiehlt, insbesondere bei ungewöhnlich hohen Zinsversprechen genau zu prüfen, mit wem man den Vertrag tatsächlich abschließt.

Wie sicher sind Tagesgeld und Festgeld?

Einlagen wie Tagesgeld und Festgeld sind grundsätzlich von der gesetzlichen Einlagensicherung umfasst. In Deutschland besteht grundsätzlich ein gesetzlicher Schutz von bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank einschließlich Zinsen. Bei bestimmten besonderen Lebensereignissen kann zeitweise ein höherer Schutz bis 500.000 Euro gelten.

Wichtig: Die Grenze gilt pro Bank, nicht automatisch pro Konto. Hast du beispielsweise 80.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto und weitere 50.000 Euro Festgeld bei derselben Bank, liegen insgesamt 130.000 Euro bei diesem Institut. Wer größere Summen sicherheitsorientiert anlegt, sollte deshalb die Einlagensicherungsgrenzen im Blick behalten.

Was ist bei ausländischen Banken zu beachten?

Auch Banken aus anderen EU-Staaten unterliegen grundsätzlich nationalen gesetzlichen Einlagensicherungssystemen mit entsprechenden EU-Vorgaben.

Trotzdem empfiehlt die Verbraucherzentrale, genau zu prüfen, welches Sicherungssystem zuständig ist, insbesondere wenn Geld über Zinsplattformen oder Treuhandmodelle vermittelt wird. Wer maximale Einfachheit möchte, kann sich bewusst für Institute mit deutscher Einlagensicherung entscheiden.

Tagesgeld und Festgeld kombinieren: Oft ist das die beste Lösung

Du musst dich übrigens nicht zwingend für Tagesgeld oder Festgeld entscheiden. Für viele Menschen kann eine Kombination sinnvoller sein. Beispiel: Du hast 20.000 Euro zur Verfügung. Davon könntest du:

  • 7.000 Euro als Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto halten
  • 13.000 Euro als Festgeld anlegen

Damit bleibt ein Teil jederzeit verfügbar, während du für den anderen Teil einen festen Zinssatz erhältst.

Frau Geldscheine
Tagesgeld oder Festgeld: Es geht auch eine Kombination aus beidem.

Die Festgeldleiter: Mehr Flexibilität trotz Festgeld

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Festgeldleiter. Statt beispielsweise 15.000 Euro komplett für drei Jahre anzulegen, könntest du den Betrag aufteilen:

  • 5.000 Euro für 1 Jahr
  • 5.000 Euro für 2 Jahre
  • 5.000 Euro für 3 Jahre

Dann wird regelmäßig ein Teil des Geldes wieder verfügbar. Nach Ablauf kannst du entscheiden, ob du ihn erneut fest anlegst oder anderweitig verwendest. Das reduziert das Risiko, dass dein gesamtes Geld gerade dann gebunden ist, wenn du es brauchst.

Tagesgeld oder Festgeld? Diese Frage entscheidet

Bevor du dich entscheidest, stelle dir eine einzige Frage: Wann brauche ich dieses Geld wahrscheinlich wieder? Die Antwort gibt meist bereits die Richtung vor.

In den nächsten Monaten möglicherweise?
→ Tagesgeld.

Für mehrere Jahre sicher nicht?
→ Festgeld kann sinnvoll sein.

Ein Teil ja, ein Teil nein?
→ Kombination aus beiden.

Mythos oder Fakt?

„Festgeld bringt immer mehr Zinsen als Tagesgeld.“

Mythos.

Die Konditionen verändern sich laufend. Festgeld bietet vor allem einen festen Zinssatz, nicht automatisch immer den höchsten.

„An Tagesgeld komme ich jederzeit.“

Grundsätzlich richtig.

Das ist einer seiner größten Vorteile.

„Festgeld kann ich jederzeit kündigen.“

Normalerweise nicht.

Vorzeitige Verfügbarkeit ist typischerweise stark eingeschränkt und hängt vom Vertrag ab.

„Tagesgeld und Festgeld sind durch die Einlagensicherung geschützt.“

Grundsätzlich ja, sofern es sich um entsprechend geschützte Einlagen bei einem Institut innerhalb eines gesetzlichen Sicherungssystems handelt.

HerNow-Einordnung

Ich würde die Entscheidung nicht danach treffen, welches Konto gerade mit dem höchsten Werbezins lockt. Viel wichtiger ist, welche Aufgabe das Geld erfüllen soll.

Der Notgroschen gehört für mich nicht ins Festgeld, selbst wenn dort ein bisschen mehr Zins winkt. Geld, das dagegen mehrere Jahre unangetastet bleiben kann, muss nicht zwingend jederzeit verfügbar auf dem Tagesgeldkonto liegen. Oft ist deshalb gar nicht „Tagesgeld oder Festgeld?“ die beste Frage, sondern: Wie viel brauche ich flexibel und wie viel kann ich wirklich entbehren?

Häufig gestellte Fragen

Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?

Tagesgeld eignet sich besser für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben soll. Festgeld kann sinnvoller sein, wenn du das Geld für einen festgelegten Zeitraum nicht benötigst und einen festen Zinssatz möchtest.

Ist Tagesgeld sicherer als Festgeld?

Beide können unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen. Das zentrale Risiko unterscheidet sich daher nicht allein aufgrund der Kontoart. Entscheidend ist unter anderem, bei welchem Institut das Geld liegt.

Kann ich mein Festgeld vorzeitig kündigen?

Normalerweise ist eine vorzeitige Kündigung nicht vorgesehen. Ausnahmen hängen von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Ist Tagesgeld für den Notgroschen geeignet?

Ja. Gerade weil das Geld grundsätzlich jederzeit verfügbar ist, eignet sich Tagesgeld besonders gut für kurzfristige Rücklagen.

Wie viel Geld sollte auf dem Tagesgeldkonto liegen?

Das hängt von deiner persönlichen Situation und deinen regelmäßigen Ausgaben ab. Häufig werden mehrere Monatsausgaben als Rücklage empfohlen. Entscheidend ist aber, dass die Höhe zu deiner individuellen finanziellen Situation passt.

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