Es gibt Dinge, von denen wir hoffen, dass wir sie niemals brauchen werden. Eine Telefonnummer für den Fall, dass wir nachts nicht sicher nach Hause kommen. Eine Nummer für Momente, in denen die Angst größer ist als der Mut. Oder eine Anlaufstelle für Situationen, über die man mit niemandem im eigenen Umfeld sprechen möchte.
Und trotzdem kann es unglaublich beruhigend sein, zu wissen: Da ist jemand erreichbar. Nicht jede Frau wird jede dieser Nummern jemals brauchen. Aber vielleicht braucht sie irgendwann eine Freundin. Eine Schwester. Eine Tochter. Eine Kollegin. Deshalb lohnt es sich, sie zu kennen.
1. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ – 116 016
Gewalt beginnt nicht erst mit blauen Flecken. Sie kann körperlich sein. Psychisch. Sexuell. Digital. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Dort können sich Betroffene, aber auch Angehörige oder Freund:innen beraten lassen. Man muss nicht erst „genug Gewalt“ erlebt haben, um dort anzurufen. Manchmal reicht schon das Gefühl: Irgendetwas stimmt hier nicht.
2. Das Heimwegtelefon – 030 12074182
Es ist spät geworden. Die Straße ist dunkel. Und plötzlich fühlt sich der Weg nach Hause unangenehm an. Genau dafür gibt es das Heimwegtelefon. Während des Heimwegs bleibt eine Person am Telefon und begleitet dich virtuell bis zur Haustür. Viele Frauen berichten, dass allein die Stimme am anderen Ende der Leitung ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Man hofft, es nie zu brauchen. Aber man ist froh, wenn man weiß, dass es existiert.
3. Franks Nummer – 0163 1737743
Viele Frauen kennen die Situation: Jemand spricht einen in einer Bar, einem Club oder auf einer Party an und akzeptiert ein Nein nicht. Für genau solche Momente gibt es in vielen Städten die Aktion „Ist Luisa hier?“ oder ähnliche Sicherheitskonzepte. In einigen Regionen wird auch auf sogenannte „Franks Nummern“ oder Codewörter gesetzt, mit denen Frauen diskret Hilfe beim Personal anfordern können.
Der Name kann unterschiedlich sein. Die Botschaft dahinter bleibt dieselbe: Du musst unangenehme Situationen nicht allein aushalten.
4. Der ärztliche Bereitschaftsdienst – 116 117
Nicht jede medizinische Situation ist ein Notfall. Aber manchmal braucht man dringend Hilfe. Fieber am Wochenende. Starke Schmerzen nachts. Eine plötzliche Erkrankung, wenn die Hausarztpraxis geschlossen hat. Unter 116 117 erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst für medizinische Probleme, die nicht lebensbedrohlich sind. Eine Nummer, die viel zu wenige Menschen gespeichert haben.
5. Der Weiße Ring – 116 006
Wenn Menschen Opfer einer Straftat werden, bleiben oft nicht nur körperliche, sondern auch seelische Folgen zurück. Der Weiße Ring unterstützt Betroffene nach:
- Gewalt
- Stalking
- Betrug
- sexuellen Übergriffen
- anderen Straftaten

Die Beratung ist anonym und kostenlos. Manchmal braucht man nach einer schlimmen Erfahrung nicht sofort eine Lösung. Sondern zuerst jemanden, der zuhört.
6. Die Telefonseelsorge – 0800 1110111 oder 0800 1110222
Es gibt Momente, in denen man sich einsam fühlt. Überfordert. Verzweifelt. Leer. Vielleicht ist nichts Dramatisches passiert. Vielleicht ist einfach alles zu viel geworden. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Menschen in Krisen einen geschützten Raum zum Reden. Und manchmal kann ein Gespräch mehr verändern, als man glaubt.
7. Nummer gegen Kummer – 116 111
Nicht nur Kinder brauchen Hilfe. Manchmal brauchen Jugendliche jemanden, mit dem sie über Dinge sprechen können, die sie ihren Eltern nicht erzählen möchten. Die Nummer gegen Kummer bietet kostenlose und anonyme Beratung für Kinder und Jugendliche. Eine Nummer, die viele Mütter vielleicht nicht für sich selbst speichern – aber für ihre Kinder.
8. Schwangere in Not – 0800 40 40 020
Eine ungeplante Schwangerschaft kann viele Gefühle auslösen: Angst. Unsicherheit. Überforderung. Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ bietet vertrauliche und anonyme Beratung – unabhängig davon, wie die persönliche Situation aussieht. Manchmal hilft es schon, mit jemandem zu sprechen, der nicht urteilt.
9. Die Nora-App
Nicht immer ist es möglich, einen Notruf abzusetzen. Vielleicht kann man nicht sprechen. Vielleicht wäre es gefährlich. Die Nora-App ermöglicht es, Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst per App zu alarmieren und den Standort zu übermitteln. Gerade für Menschen in bedrohlichen Situationen oder mit Hör- und Sprachbehinderungen kann das lebenswichtig sein.
Fazit: Warum jede Frau diese Nummern kennen sollte
Wir speichern Telefonnummern für Restaurants, Lieferdienste oder Friseurtermine. Aber oft nicht die Nummern, die wirklich wichtig werden könnten. Die Wahrheit ist: Die meisten Frauen werden hoffentlich nie eine dieser Hilfen benötigen. Aber falls doch, ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen: Da ist jemand erreichbar. Jemand, der zuhört. Jemand, der hilft. Und manchmal ist genau dieses Wissen schon ein kleines Stück Sicherheit.
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