Wenn von Eheverträgen die Rede ist, denken die meisten sofort an Vermögen, Immobilien oder Unterhaltszahlungen. Tatsächlich regeln viele Paare darin finanzielle Fragen für den Fall einer Trennung oder Scheidung. Doch nicht jeder Ehevertrag liest sich wie ein trockenes Juristendokument. Immer wieder werden außergewöhnliche, kreative oder sogar skurrile Klauseln bekannt, die zeigen: Manche Paare nehmen ihre ganz persönlichen Regeln mit in den Vertrag auf.
1. Wer den Hund bekommt
Für viele Menschen ist ein Haustier längst ein Familienmitglied. Kein Wunder also, dass manche Paare bereits vor der Hochzeit festhalten, wer den Hund, die Katze oder sogar das Pferd behalten darf, falls die Ehe scheitert. Manche regeln sogar:
- Besuchszeiten
- gemeinsame Tierarztkosten
- Urlaubsbetreuung
2. Die Pflicht zu gemeinsamen Date-Nights
Einige Paare wollen nicht nur die Trennung regeln, sondern auch die Beziehung stärken. Deshalb tauchen gelegentlich Vereinbarungen auf wie:
- einmal pro Woche ein gemeinsames Date
- ein Wochenende zu zweit pro Monat
- feste Handy-freie Zeiten
Juristisch durchsetzbar sind solche Klauseln meist nicht. Sie zeigen aber, was dem Paar wichtig ist.
3. Wer den besseren Wein bekommt
Ja, auch das soll es geben. Besonders bei Paaren mit wertvollen Sammlungen wird teilweise genau festgelegt:
- wer welchen Wein erhält
- wem die Whisky-Sammlung gehört
- wie Kunstwerke oder Sammlerstücke aufgeteilt werden
Was für Außenstehende kurios klingt, kann bei hohen Werten durchaus sinnvoll sein.
4. Regeln für Social Media
In Zeiten von Instagram und TikTok beschäftigen manche Paare ganz andere Fragen als frühere Generationen. Deshalb enthalten einige moderne Eheverträge Klauseln dazu:
- keine peinlichen Fotos ohne Zustimmung posten
- keine privaten Streits öffentlich machen
- keine Veröffentlichung von Familieninhalten nach einer Trennung
Gerade bei Influencer:innen oder Personen des öffentlichen Lebens spielt das zunehmend eine Rolle.

5. Das Recht auf den Lieblingssessel
Klingt wie ein Witz – wurde aber tatsächlich schon mehrfach in internationalen Medien als Beispiel für ungewöhnliche Trennungsvereinbarungen genannt. Manche Menschen hängen an bestimmten Dingen:
- dem Lieblingssessel
- der Espressomaschine
- dem Grill
- dem Familienerbstück
Und bevor später darüber gestritten wird, landet es direkt im Vertrag.
6. Finanzielle Strafen bei Untreue
Besonders in den USA sorgen sogenannte Untreueklauseln regelmäßig für Schlagzeilen. Dabei wird vereinbart, dass eine Person im Falle eines Seitensprungs einen bestimmten Geldbetrag zahlen muss.
In Deutschland sind solche Regelungen rechtlich oft problematisch und nicht automatisch wirksam. Dennoch zeigt ihre Beliebtheit, wie emotional das Thema Treue für viele Paare ist.
7. Wer die Urlaubsmeilen bekommt
Vielflieger:innen kennen das Problem: Gemeinsam gesammelte Bonuspunkte oder Meilen können einen erheblichen Wert haben. Deshalb legen manche Paare fest, wer im Trennungsfall, diese Dinge behalten darf:
- Flugmeilen
- Hotelpunkte
- Bonusprogramme
- Kreditkartenprämien
8. Regeln für den Familiennamen der Kinder
Einige Paare möchten bereits vor der Hochzeit festhalten, welche Nachnamen mögliche Kinder später tragen sollen. Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, kann aber spätere Diskussionen vermeiden – besonders bei internationalen Paaren.
Warum solche Klauseln überhaupt entstehen
Die meisten kuriosen Ehevertrags-Regelungen haben einen einfachen Hintergrund: Menschen streiten selten über das, was ihnen egal ist. Oft spiegeln solche Klauseln deshalb genau die Dinge wider, die Paaren besonders wichtig sind, gemeinsame Erinnerungen, Haustiere, Hobbys sowie persönliche Werte und emotionale Bindungen.
Was Eheverträge wirklich leisten können
Auch wenn manche Regelungen kurios wirken: Ein Ehevertrag ist vor allem dafür gedacht, Klarheit zu schaffen. Er kann helfen:
- Vermögen zu schützen
- Streit zu vermeiden
- individuelle Lösungen zu finden
- finanzielle Risiken zu reduzieren
Und manchmal zeigt er eben auch, welche kleinen Eigenheiten eine Beziehung besonders machen.
Das Fazit: Eheverträge enthalten mehr als finanzielle Vereinbarungen
Von Hundesorgerecht über Date-Nights bis hin zu Social-Media-Regeln: Manche Eheverträge enthalten deutlich mehr als nur finanzielle Vereinbarungen. Auch wenn nicht jede Klausel rechtlich bindend ist, zeigen sie eines sehr deutlich: Jede Beziehung ist anders – und genau deshalb sehen auch Eheverträge oft ganz unterschiedlich aus.
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