Kaum taucht ein Pickel im Gesicht auf, passiert bei vielen automatisch dasselbe: ab vor den Spiegel und ausdrücken. Dermatolog:innen raten davon zwar eigentlich ab, trotzdem können die meisten einfach nicht widerstehen. Das Problem dabei: Falsches Ausdrücken kann Entzündungen verschlimmern, Bakterien tiefer in die Haut drücken und sogar Narben verursachen. Genau deshalb warnen Expert:innen immer wieder davor, einfach mit den Fingern auf Hautunreinheiten herumzudrücken. Worauf du beim Pickel ausdrücken achten musst, erfährst du in diesem Artikel.
Warum Pickel ausdrücken problematisch sein kann
Pickel entstehen meist durch verstopfte Talgdrüsen. Überschüssiger Talg, abgestorbene Hautzellen und Bakterien sammeln sich in den Poren und lösen Entzündungen aus.
Beim Ausdrücken passiert dann oft genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich möchte: Der Inhalt des Pickels wird tiefer in die Haut gedrückt. Dadurch können stärkere Entzündungen entstehen und im schlimmsten Fall sogar Narben. Besonders gefährlich wird es laut Expert:innen, wenn:
- ungewaschene Hände im Spiel sind
- zu viel Druck ausgeübt wird
- unreife Pickel ausgedrückt werden
- ständig an derselben Stelle herumgedrückt wird
Diese Pickel solltest du niemals ausdrücken
Dermatolog:innen sagen klar: Nicht jeder Pickel eignet sich überhaupt zum Ausdrücken. Finger weg gilt vor allem bei:
- tiefen, schmerzhaften Pickeln unter der Haut
- stark entzündeter Akne
- verkapselten Pickeln
- geröteten Stellen ohne sichtbaren Eiterkopf
Denn hier verletzt man oft nur die Hautoberfläche, ohne den eigentlichen Entzündungsherd zu entfernen.
Wann ein Pickel „reif“ genug ist
Expert:innen empfehlen, Pickel höchstens dann auszudrücken, wenn bereits eine weiße oder gelbliche Spitze sichtbar ist. Dann sitzt der Eiter näher an der Hautoberfläche. Muss man stark drücken oder tut es weh, ist der Pickel meist noch nicht bereit.
So drücken Dermatolog:innen einen Pickel richtig aus
1. Hände und Haut gründlich reinigen
Vorher sollten Hände und Gesicht gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Das reduziert das Risiko, Bakterien in die offene Hautstelle zu bringen. Viele Expert:innen empfehlen außerdem, Taschentücher oder Wattepads um die Finger zu wickeln, statt direkt mit den Fingernägeln zu drücken.
2. Wärme hilft oft mehr als Gewalt
Ein warmer Waschlappen oder ein kurzes Dampfbad können helfen, die Poren zu öffnen. Dadurch lässt sich der Pickel oft leichter und schonender entleeren.
3. Nicht quetschen, sondern vorsichtig spreizen
Dermatologe Dr. Timm Golüke empfiehlt laut Vogue, die Haut eher leicht auseinanderzuziehen statt aggressiv zusammenzudrücken. Kommt der Inhalt nicht leicht heraus, sollte man sofort aufhören. Denn genau dieses aggressive Quetschen verursacht häufig Entzündungen und Narben.
4. Danach unbedingt desinfizieren
Nach dem Ausdrücken sollte die Stelle erneut desinfiziert werden. Viele Expert:innen empfehlen anschließend beruhigende oder antibakterielle Produkte mit Inhaltsstoffen wie Zink oder Salicylsäure. Auch Pickel-Patches werden inzwischen häufig empfohlen, weil sie die Stelle schützen und die Heilung unterstützen können.

Dieser virale Fehler ist besonders problematisch
Auf TikTok kursieren immer wieder fragwürdige Methoden: Zahnbürsten, Metall-Tools ohne Desinfektion oder aggressives Schrubben. Davon raten Expert:innen allerdings klar ab. Gerade Zahnbürsten können die Haut verletzen und Bakterien verbreiten.
Warum viele nach dem Ausdrücken noch mehr Pickel bekommen
Das liegt häufig daran, dass die Haut nach dem Ausdrücken gereizt oder verletzt ist. Wer dann ständig weiterfasst oder schwere Cremes und Make-up aufträgt, verschlimmert die Entzündung oft zusätzlich. Deshalb gilt danach:
- möglichst nicht anfassen
- keine aggressiven Produkte
- Haut beruhigen
- Make-up möglichst vermeiden
Das Fazit: Wie du deine Pickel ausdrückst ist entscheidend
Dermatolog:innen würden wahrscheinlich sagen: Am besten gar nicht ausdrücken. Trotzdem tun es die meisten irgendwann doch. Entscheidend ist deshalb vor allem, wie man es macht. Saubere Hände, wenig Druck und Geduld sind dabei deutlich wichtiger als aggressive „Sofort-weg“-Methoden. Denn oft entsteht der eigentliche Schaden nicht durch den Pickel selbst – sondern durchs falsche Herumdrücken davor.
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