Stillen: Diese 7 Mythen halten sich hartnäckig und sind komplett falsch

Frau mit Baby

Stillen gilt für viele als das Natürlichste der Welt. Gleichzeitig kursieren rund um das Thema unglaublich viele Mythen, die mich als werdende Mutter damals sehr verunsichert haben. Denn heute weiß ich: Die Realität ist oft deutlich komplexer. So kann das Stillen zwar wunderschön sein, aber auch herausfordernd, emotional und manchmal schlicht anstrengend. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, mit ein paar der größten Still-Mythen aufzuräumen.

Mythos 1: Jede Frau kann problemlos stillen

Viele Frauen hören während der Schwangerschaft oft den Satz: „Das klappt schon von alleine.“ Und ja, es gibt Frauen, da funktioniert das Stillen sofort. Bei anderen braucht es jedoch Zeit, Unterstützung oder manchmal klappt es gar nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. So können Faktoren wie Stress, Geburtsverlauf oder gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen. Wichtig ist deshalb: Stillen darf gelernt werden.

Mythos 2: Stillen tut immer weh

Ich weiß noch, wie ängstlich ich zum Ende meiner Schwangerschaft war, da ich diesen Mythos in vielen Artikeln und auch im Bekanntenkreis immer wieder gehört habe. Als meine Tochter dann auf die Welt kam, war ich überrascht, wie schmerzlos und leicht das Stillen bei mir funktionierte. Klar, gerade in den ersten Tagen kann das Stillen ungewohnt sein. Und empfindliche Brustwarzen oder gar kleine Schmerzen sind nicht ungewöhnlich.

Starke oder dauerhafte Schmerzen sind jedoch kein normaler Zustand. Häufig steckt dahinter eine falsche Anlegetechnik. Um den Schmerzen auf den Grund zu gehen, solltest du daher deine Hebamme oder Stillberaterin zu Rate ziehen, die dir dabei schnell und sicher zur Seite stehen kann.

Mythos 3: Kleine Brüste produzieren weniger Milch

Dieser Mythos hält sich hartnäckig, stimmt aber nicht. Die Milchproduktion hängt nicht von der Brustgröße ab, sondern von Milchdrüsengewebe und der Nachfrage des Babys. Egal ob du kleine oder große Brüste hast: Beide können genügend Milch produzieren.

Die Milchproduktion hängt nicht von der Brustgröße ab.

Mythos 4: Stillende Mütter müssen extrem auf ihre Ernährung achten

Viele Mütter haben Angst, dass bestimmte Lebensmittel sofort Bauchschmerzen beim Baby auslösen. Die Wahrheit: Die meisten Babys vertragen die normale Ernährung der Mutter problemlos. Nur selten reagieren Kinder empfindlich auf bestimmte Lebensmittel. Solange du ich ausgewogen ernährst, stellst du für dein Kind keinerlei Gefahr dar.

Mythos 5: Babys müssen nach festen Zeiten gestillt werden

Früher galt die Regel, dass Mütter ihre Kinder alle vier Stunden stillen sollte. Heute weiß man: Babys haben ihr eigenes Hungergefühl. Besonders in den ersten Wochen trinken viele Kinder nach Bedarf. Manchmal häufiger, manchmal mit längeren Pausen. Dieses sogenannte Clusterfeeding ist völlig normal.

Mythos 6: Stillen verhindert eine Schwangerschaft

Stillen kann den Eisprung zwar verzögern, aber es ist keine sichere Verhütung. Viele Frauen können trotz Stillzeit wieder schwanger werden, auch wenn ihre Periode noch nicht zurückgekehrt ist.

Mythos 7: Wer zufüttert, kann nicht stillen

Ein bisschen Per-Nahrung bedeutet nicht automatisch das Ende der Stillzeit. Viele Familien kombinieren beides problemlos. Stillen ist kein „Alles oder Nichts“. Manchmal funktioniert eine Mischung aus Stillen und Flasche einfach besser für den Alltag.

Frau füttert Kind
Du kannst dein Baby zufüttern und trotzdem stillen.

Fazit zum Thema Mythen rund um Stillen

Stillen ist etwas sehr Persönliches und jede Stillbeziehung sieht anders aus. Manche Babys trinken nur wenige Monate, andere deutlich länger. Manche Mütter stillen ausschließlich, andere kombinieren mit Flasche. Wichtig ist vor allem eines: Sich für den Weg zu entscheiden, den du für dich und dein Baby am besten findest!

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